Tipp 1

Lokalisation des Schmerzes

Oft hat auch unsere Psyche einen Einfluss auf den Schmerz

Wo genau tritt der Schmerz auf? Notiere, ob der Schmerz in einem bestimmten Bereich des Körpers lokalisiert ist, sich ausbreitet oder sogar wandert.

Ist er jeden Tag gleich oder verändert er sich?

Tipp 2

Art des Schmerzes

Versuche, den Schmerz zu beschreiben. Unterschiedliche Arten von Schmerzen können auf verschiedene Ursachen hinweisen. Beobachte weiter, ob sich der Schmerz über die Zeit verändert.

Ist er beispielsweise …

  • Scharf: mögliche Ursachen sind Muskelverspannungen, Nervenreizungen, Verletzungen wie Stiche oder Schnitte.
  • Dumpf-ziehend: häufig durch Muskelverspannungen, Bänder- oder Sehnenverletzungen, Arthritis.
  • Brennend: meist bei Nervenreizungen, Nervenkompression, Neuropathie (Nervenschädigung).
  • Pochend: deutet auf Entzündungen, Infektionen, Migräne hin.
  • Krampfartig: lässt auf Muskel-, Darm- oder Menstruationsbeschwerden schließen.
  • Stechend: Hinweis für Nervenkompression, Muskelverspannungen oder Verletzungen.
  • Dumpf-konstant: weist auf Arthritis, degenerative Bandscheibenerkrankungen oder chronische Erkrankungen hin.
Tipp 3

Auslöser und Dauer

Welche Aktivitäten oder Umstände haben den Schmerz ausgelöst oder gar verschlimmert. Versuche, dich zu erinnern, wodurch der Schmerz entstanden beziehungsweise das erste Mal aufgetaucht ist. Notiere dir auch, wie lange der Schmerz normalerweise anhält.

Anbei findest du drei Kategorien, in die ich Schmerzen grundsätzlich einordne:

Tipp 4

Begleitsymptome

Welche anderen Symptomen sind mit dem Schmerz verbunden?

Beispiele hierfür können beispielsweise sein:

  • Schwellung, Rötung
  • Steifheit
  • Kribbeln oder Taubheit
Tipp 5

Bewegungsanalyse und Bewegungseinschränkungen

Erkunde, ob der Schmerz mit Bewegungseinschränkungen verbunden ist. Bestimmte Bewegungen oder Haltungen können den Schmerz verstärken oder lindern. Dies kann bei der Identifizierung der Schmerzursache hilfreich sein.

Zum Vergleich hier einige Orientierungswerte:

  • Kopfschmerzen: Welche Bewegungen des Kopfes sind möglich – welche nicht?
  • Schulterschmerz: Wie weit kannst du die Arme heben? Wie leicht lassen sich die Schultern kreisen? Ist es auf beiden Seiten gleich?
  • Nackenschmerzen: Kannst du den Kopf auf beide Seiten gleich rotieren? Kannst du den Kopf in den Nacken legen oder dein Kinn auf die Brust ziehen?
  • Rückenschmerzen: Ist die Rotationen des Oberkörpers möglich? Wie steht es mit Beugen und Strecken?

Es ist wichtig zu betonen, dass die Selbstbeobachtung und die Zusammenarbeit mit Fachleuten entscheidend sind, um die Ursache von Schmerzen zu ermitteln und geeignete Maßnahmen zur Linderung oder Heilung zu ergreifen. Als Bewegungstherapeut können Sie einen wertvollen Beitrag zur Schmerzbehandlung und -prävention leisten, indem Sie den Patienten bei der Identifizierung der Ursachen unterstützen.

Tipp 6

Lebensstil und Aktivitäten

Welchen Lebensstil pflegst du – einschließlich Beruf, sportlichen Aktivitäten und Hobbys. Einige Schmerzen können durch wiederholte Belastung oder bestimmte Tätigkeiten ausgelöst werden.

Vergleiche deine aktuelle Situation mit folgenden Vergleichswerten:

  • Schläfst du im Durchschnitt etwa 7 Stunden?
  • Ist dein Schlafplatz frei von Umweltgiften und Elektrosmog?
  • Trinkst du tagsüber regelmäßig Wasser, mind. 1,5 Liter am Tag?
  • Ernährst du dich mehrheitlich vegetarisch, mit saisonalem, lokalem, biologischen Gemüse und Früchten?
  • Rauchst du und/oder konsumierst du täglich Alkohol (mehr als ein Glas Wein)?
  • Nimmst du regelmäßig Medikamente (Nebenwirkungen)?
  • Bewegst du dich mindestens 30 Minuten täglich aktiv (erhöhter Puls)?
Tipp 7

Stress und psychische Gesundheit

Berücksichtige außerdem den Einfluss von Stress und psychischer Gesundheit auf den Schmerz. Stress kann Schmerzen verstärken, daher ist es wichtig, diese Faktoren in Betracht zu ziehen.

Stressoren sind manchmal schwierig zu erkennen, da sie sich in unseren Alltag einschleichen und gar nicht mehr als solche zu erkennen sind.

Beantworte folgende Fragen ganz ehrlich:

  • Wie empfinde ich aktuell mein berufliches Umfeld?
  • Wie fühle ich mich in meiner Familie?
  • Wie geht es mir körperlich ganz allgemein?
  • Wie erfüllt mich mein soziales Umfeld?
  • Was würde ich machen, wenn ich alle Zeit und alles Geld dieser Welt hätte?

Wichtiger Hinweis: Es ist wichtig zu betonen, dass die Selbstbeobachtung und die Zusammenarbeit mit Fachleuten entscheidend sind, um die Ursache von Schmerzen zu ermitteln und geeignete Maßnahmen zur Linderung oder Heilung zu ergreifen. Die oben genannten Tipps sollten bei jedem Therapeuten Teil des Anamnesegesprächs sein.

Bonus Tipp: Mein Schmerzfreitagebuch kann dich unterstützen herauszufinden, wie du deinen Alltag möglichst beschwerdefrei meistern kannst. Eine Vorlage kannst du gerne hier kostenlos bestellen.

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